Zwischen Rekord und Risiko: OKH blickt auf stärkstes Jahr zurück – und nach vorne
Vöcklabruck. 20.000 Gäste, 494 Veranstaltungen, 260 aktive Menschen – das OKH hat so viel Zuspruch wie nie zuvor. Für ein ehrenamtlich getragenes Kulturhaus in einer oberösterreichischen Kleinstadt sind das keine Selbstverständlichkeiten – sie sind das Ergebnis von durchschnittlich 115 ehrenamtlichen Stunden pro Woche, Jahr für Jahr. Und doch ist die Stimmung in diesen Tagen nicht ungetrübt. Denn Vöcklabruck ist Abgangsgemeinde, die öffentlichen Budgets werden enger. „Ehrenamtliches Engagement kann lange vieles kompensieren – aber wir dürfen den Kipppunkt nicht übersehen“, sagt Richard Schachinger, Co-Sprecher des OKH.
Dass das laufende Jahr trotz drohender Förderkürzungen dennoch gesichert ist, verdankt das Haus dem Engagement privater Spender:innen, die diese Lücke geschlossen haben. Wie es 2027 weitergeht, bleibt offen. Dabei ist das OKH längst ein überregional beachtetes Modell: 2025 wurde es gleich zweimal mit staatlichen Preisen ausgezeichnet – für Klimaschutz und Inklusion. Im Februar ging zudem eine Photovoltaikanlage in Betrieb; seither produziert das Haus den Großteil des eigenen Strombedarfs. Mit der Erneuerung der Fassade wurde sogar eine der letzten großen Renovierungsmaßnahmen am alten Krankenhaus umgesetzt.
Durchschnittlich 115 Stunden pro Woche leisten die Vereinsmitglieder ehrenamtlich – für Programmplanung und -abwicklung, Buchhaltung, Grafik und den Erhalt der 1.800 Quadratmeter großen Gebäudefläche. Gänzlich ohne Hauptamt geht es aber nicht mehr: Vier Personen teilen sich mittlerweile 61 bezahlte Wochenstunden für Unterstützung der ehrenamtlichen Programmgruppen, Öffentlichkeitsarbeit sowie Reinigung und Instandhaltung.
„Gerade jetzt braucht es mehr Orte, an denen Menschen selbst und in Gemeinschaft etwas Positives bewegen und gestalten können“, betont Jolanda de Wit, Co-Sprecherin des Vereins. Dass dieses Konzept wirkt, zeigt sich nicht nur in Besuchszahlen – sondern darin, dass Menschen kommen und bleiben: als Mitgestaltende. Allein im vergangenen Jahr gründeten sich eine Galeriegruppe, eine Vinylgruppe und eine Jugendgruppe. Mit neuen Formaten will das OKH gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen: Am 15. Mai lädt das OKH zur ersten K-Pop-Night (Korean Pop) – mit Choreografien der Tanzgruppe DisCover aus Gmunden und DJ SHEN, der als DJ bereits Floors in Japan und Indonesien bespielt hat. Am 3. Oktober folgt eine Jugenddisco für 12- bis 16-Jährige in Kooperation mit dem youX Jugendzentrum.
Den Höhepunkt des Kulturjahres bildet wieder das Open Air Wochenende vom 23. bis 25. Juli 2026 auf dem Gelände des alten Krankenhauses – mit dem Literatur Open Air mit Vea Kaiser (23.7., 18:30 Uhr), dem Familien Open Air mit der deutschen Kinder-Rockband Randale (24.7., 17:00 Uhr), dem Jazz-Picknick mit dem Elisabeth Lohninger & Walter Fischbacher Sextett (25.7., 10:00 Uhr) und dem Konzert unter Sternen mit Fiva MC und Filiah (25.7., 18:00 Uhr).
„Das Open Air Wochenende steht für uns für das, was das OKH ausmacht: Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Kunstformen, ein gemeinsamer Ort. Dazu laden wir schon jetzt herzlich ein“, so Jolanda de Wit und Richard Schachinger.